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Luftentfeuchter-Auswahl

Welches Luftentfeuchtungsverfahren für welchen Zweck?

Auswahlfaktor Raumtemperatur

Auswahlfaktor Raumtemperatur

Die durchschnittliche Lufttemperatur im trocken zu haltenden Raum ist das wichtigste Entscheidungskriterium zur Auswahl des ­geeigneten Luftentfeuchters.

Die Macht unter 8

In unbeheizten Kellern, Wochenendhäusern oder kühleren Räumen während der Winterzeit mit einer durchschnittlichen Raumtemperatur unterhalb 8 °C empfiehlt sich der Einsatz von Adsorptionsluftentfeuchtern. Deren Funktionsprinzip ist in der Lage, auch Niedrigtemperaturumgebungen dauerhaft und effektiv trocken zu halten.

Auch bei gelegentlich höheren Temperaturen bis 12 °C arbeiten diese Geräte noch zufriedenstellend, über 12 °C verschlechtert sich jedoch die Energiebilanz dieser Geräte zu sehr für einen ökonomisch sinnvollen Entfeuchtungseinsatz.

Alleskönner von 5 bis 35 °C

Ab 8 °C durchschnittlicher Raumtemperatur eignen sich grundsätzlich auch Kältetrockner zur Luftentfeuchtung.

Wenn die Temperaturen während der Wintermonate dauerhaft unter 15 °C sinken, muss hier auf jeden Fall ein Gerät mit Heißgasabtauung verwendet werden.

Diese Alleskönner sind variabel über einen sehr großen Temperaturbereich hinweg einsetzbar, während umluftabgetaute Kältetrockner erst bei durchschnittlichen Temperaturen oberhalb 15 °C sinnvoll zur Luftentfeuchtung verwendet werden sollten – siehe auch Kapitel 2 – „Raumklimatische Einsatzgrenzen der Verfahren“.

Auswahlfaktor Betriebskosten

In puncto Kosten-Nutzen-Effekt und Entfeuchtungsleistung im Verhältnis zum Energieverbrauch kann der kompres­sions­betriebene Kondenstrockner in so gut wie allen Wohnbereichen ganz klar den Sieg für sich beanspruchen.

Peltier-Kondenstrockner sind dagegen zwar günstiger in der Anschaffung und auf den ersten Blick stromsparender, aber auch durch deutlich geringere Entfeuchtungsleistung und zugleich ca. dreifach höheren Energieverbrauch je Liter entfeuchtetem Kondensat gekennzeichnet.

Für Adsorptions-Luftentfeuchter kann der Energieverbrauch bei gleicher Entfeuch­tungs­leistung im Direktvergleich zu Kompressorkältetrocknern bis zu 100 % höher liegen. Allerdings rücken die Betriebskosten bei der Entscheidung für einen Adsorptionsluftentfeuchter eher in den Hintergrund, da es Einsatzanforde­rungen gibt, die sich nur mithilfe eines Adsorptionsluftentfeuchter umsetzen lassen.

Auswahlfaktor Wirkradius

Auswahlfaktor Wirkradius

Kompressorkältetrockner – großartig für alle Raumgrößen

Je größer der trocken zu haltene Raum ist, desto vorteilhafter wird der Einsatz eines Kompressorkältetrockners. Nur diese Gerätegruppe verfügt für Privatanwender über die größte Bandbreite verschieden leistungsstarker Gebläse-Kondensator-Kombinationen.

Zur Trockenhaltung großer Räume müssen dem Entfeuchter ebenso große Feuchtluftmengen zugeführt werden können, was ein starkes Gebläse bedingt. Und zur effektiven Entfeuchtung dieser Luftmengen muss der Kondensator des Gerätes ebenso leistungstark ausgelegt sein.

Achten Sie daher bei der Geräteauswahl nicht nur auf die herstellerseitigen Raumgrößen­eignungen, sondern prüfen diese anhand der Luftleistungs-, Stromverbrauchs- und Entfeuchtungsangaben auf Plausibilität. Einfache Merkregel: Viel Liter für wenig Watt  gibt es nicht ;-)

Peltier-Luftentfeuchter – Spezialisten für Kleinstvolumen

Peltiergeräte sind keine klassischen Raumluftentfeuchter, denn sie wurden weniger zur Entfeuchung ganzer Räume als eher zur Trocknenhaltung spezieller Bereiche konzipiert. Ihre kompakte Bauart, der geringe Strombedarf und der geräuscharme Betrieb prädestiniert diese Geräteklasse vor allem zum Einsatz in Kleider- und Schuhschränken, Lebensmittel-Vorratskammern oder bedingt auch für kleine fensterlose ­Sanitärräume ohne großen Feuchtigkeitseintrag (keine Dusche), da sich Peltier-Entfeuchter prinzipiell nur für Umgebungen ohne zusätzlichen externen Feuchteeintrag eignen (siehe nachfolgender Abschnitt „Infiltration“).

Granulat

Solche Trockenmittel werden hauptsächlich zum Transport- und Lagerschutz feuchte­sensibler Waren eingesetzt. Jeder kennt die kleinen beigelegten Beutel in Warensendungen mit Elektronikartikeln, Taschen, Koffern, Schuhen oder auch Arzneimitteln. Zur Trocken­haltung dieser Güter in eng begrenzten Behälterinnenräumen eignen sich Granulatbeutel sehr gut.

Allerdings werden davon ausgehend auch größere Beutel inklusive Aufnahmebox als „Luftentfeuchter“ auf dem Markt angeboten. Für diesen Einsatzzweck sind Granulate jedoch aus mehreren Gründen ungeeignet.

Zum einen ist ihre Wirkung lediglich auf wenige Kubikmeter Umgebungsluft begrenzt und nur in Bereichen ohne jeglichen zusätzlichen Feuchteeintrag von außen feststellbar (siehe nachfolgender Abschnitt „Infiltration“).

Des Weiteren sind Granulat-Entfeuchter im Verhältnis zu ihrer Trocknungsleistung sehr teuer, weil sie als Einwegsystem den regelmäßigen Nachkauf neuer Granulatbeutel erfordern. Außerdem bleibt Granulat bei Wassersättigung stumm und beendet einfach seinen Dienst. Keine Vorwarnung, keine „Tank voll“-Mitteilung, keine Trocknung mehr ;-)

Adsorptionsluftentfeuchter – Profitechnik für kleine, kühle Räume

Vor allem in kühlen Kellern, unbeheizten oder lediglich temporär beheizten Innenräumen ist diese Geräteklasse praktisch alternativlos.

Leistungsstarke Kompressorkältetrockner können zwar ebenfalls in Umgebungen mit wenigstens 12 °C noch einigermaßen effektiv eingesetzt werden, aber bei durchschnittlich dauerhaft unter 8 °C liegenden Raumtemperaturen erreichen Adsorptionsluftentfeuchter die zur Trockenhaltung erforderliche Entfeuchtungsleistung auf effizienterem Niveau.

Auswahlfaktor Funktionsumfang

Ein ebenso wichtiges Auswahlkriterium des geeigneten Luftentfeuchters kann zu guter Letzt auch dessen Umfang an Funktionen darstellen.

Geräte gleicher Leistungsklasse unter­scheiden sich hier mitunter bei Komfort­ausstattungen, die dem Anwender für seinen Einsatzzweck wichtig sein können.

Für einen periodisch automatischen Entfeuchtungsbetrieb sollte eine 24-h-Zeitschaltuhr integriert sein und bei Vorwahlwunsch zur Autoabschaltung eine entsprechende Timerfunktion.

Des Weiteren bieten viele Geräte einen hygrostatgesteuerten Automatikbetrieb, allerdings manche per einheitenlosem Drehschalter, andere via präzise vorwähl­barem Luftfeuchteziel mit Echtwert­eingabe.

Auch der Einsatzort kann eine Rolle spielen. Möchten Sie das Gerät beispiels­weise unbeaufsichtigt im Dauerbetrieb einsetzen, etwa im Wochenend- oder Ferienhaus, dann sollte der Entfeuchter über einen Drainageanschluss verfügen, sodass statt der regelmäßig notwendigen Wasserbehälterleerung das Kondensat in einen Abfluss abgeleitet werden kann.

Ob Kondenstrockner mit Heißgas-Abtauautomatik, Adsorptions-Luftentfeuchter, Peltiertrockner oder Umluft-Kältetrockner, mit dem weltweit größten Luftentfeuchter-Sortiment kann Trotec Ihnen für jeden Bedarf den optimalen Komfort-Luftentfeuchter anbieten. Ein Klick aufs Bild führt Sie direkt zu unserem Gesamt-Programm an Komfort-Luftentfeuchtern.
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Nicht zu vergessen: Infiltration

Nicht vergessen: Infiltrationsfaktor!

Was wie ein Begriff aus einem Spionageroman klingt, thematisiert hier nicht etwa das Einschleusen feindlicher Subjekte, sondern feuchter Außenluft. Denn mit „Infiltration“ wird bei der Kapazitätsberechnung von Luftent­feuchtern die Außenzufuhr zusätzlicher Feuchte in den zu entfeuchtenden Raum bezeichnet.

Deshalb ist der Infiltrationsfaktor eine wichtige Größe bei der Kapazitätsberechnung des geeigneten Entfeuchters. Schließlich enthält nicht nur die Luft im Raum Feuchtigkeit. Auch von außen dringt weitere Feuchtigkeit ein, zum Beispiel aufgrund des Zustandes der Gebäudeisolation, durch Türschlitze oder das Öffnen von Türen, Fenstern etc.

Wenn Sie einen 20 °C warmen Raum zum Beispiel von 80 % relativer Luftfeuchte auf 60 % herunterentfeuchten möchten, dann muss der Wassergehalt dementsprechend von 13,8 g/m³ (80 % r.F.) auf 10,4 g/m³ (60 % r.F.) reduziert werden, also um 3,4 g je Kubikmeter Luft.

Macht bei einem Raum mit 100 Kubikmetern Volumen also 340 g bzw. ml, richtig? Nein. Denn zu berücksichtigen ist auch die von außen eingebrachte Feuchtigkeit.

Bei einem angenommenen Außenklima von 25 °C bei 70 % r.F. beträgt der Wassergehalt der Außenluft 16,2 g/m³, also 5,8 g mehr als innen. Salopp gesagt würde sich auch diese Feuchtigkeit gerne der Innenraumluft beimischen, was jedoch nur zum Teil geschehen kann, da der Raum geschlossen und gut gedämmt ist. Hier kommt der Infiltrationsfaktor ins Spiel, welcher zum Beispiel für gut isolierte Räume bei 0,3 liegt.

Von außen zusätzlich eingebracht würden daher stündlich 5,8 g/m³ x 100 m³ x Infiltrationsfaktor 0,3 l/h = 174 g/h (0,174 l), was dann einer täglich zu entfeuchtenden Wassermenge von 4,176 Litern je 24 Stunden entspräche (0,174 l x 24).

Ca. 50 ml Feuchtigkeit erzeugt jeder Mensch im Schlaf – pro Stunde!

„Feuchtefabrik Mensch“

Aber auch von innen wird weitere Feuchtigkeit eingebracht. Wie bei der Infiltration ist dies ebenfalls eine zusätzliche Feuchtelast. Schon eine einzige Topfpflanze fügt der Raumluft täglich ca. 150 ml extra Feuchtigkeit zu. Aber richtig wichtig wird der Faktor Feuchtelast, wenn Personen anwesend sind.

Jeder Mensch produziert pro Stunde bereits im Schlaf ca. 50 ml Feuchtigkeit nur durch Abgabe über die Haut in die Raumluft. Bei leichter sitzender Tätigkeit werden daraus schon 70 ml und bei Hausarbeiten über 100 ml. Deshalb müssen Sie diesen Feuchteeintrag bei Ihrer Luftentfeuchter-Auswahl unbedingt berücksichtigen.

Es leuchtet ein, dass man im Schlafzimmer kein Peltier-Gerät zur Trockenhaltung einsetzen kann, wenn schon alleine zwei schlafende Personen zusammen innerhalb einer achtstündigen Nacht 800 ml Feuchtigkeit zusätzlich in die Raumluft einbringen, wohingegen der Peltier-Entfeuchter beispielsweise lediglich eine Entfeuchtungskapazität von maximal 300 ml innerhalb 24 Stunden hat. Am Morgen wäre die Luft feuchter als tags zuvor.

Wenn man dazu noch bedenkt, dass zum Beispiel je Kochvorgang bis zu 2 Liter und pro Duschgang sogar satte 2,5 Liter Wasser in die Umgebungsluft abgegeben werden, dann wird schnell klar, dass alle Anwendungsfälle mit zusätzlicher Feuchtelast für Peltier-Geräte oder Granulat ein hoffnungsloses Unterfangen sind!

Rechnen Sie bei Ihrer Bedarfsplanung also stets Leistungsreserven für die zusätzliche Feuchtelast ein. Am einfachsten geht das mit den Trotec-Einsatzempfehlungen für das jeweilige Gerät, da sind alle typischen Verwendungsparameter schon berücksichtigt.


Schnellübersicht Einsatzmöglichkeiten
nach Entfeuchter-Typ

Kondensation Adsorption
Peltier Kompressor Granulat Trockenrad
Umluft Heißgas
Trockenhaltung sehr kleiner Areale ohne Infiltration empfehlens­wert möglich möglich empfehlens­wert möglich
Trockenhaltung von Räumen mit Temperaturen von 0 bis 8 °C empfehlens­wert
Trockenhaltung von Räumen mit Temperaturen von 5 bis 35 °C empfehlens­wert möglich
Trockenhaltung von Räumen mit Temperaturen von 15 bis 35 °C empfehlens­wert empfehlens­wert möglich
Bautrocknung * * *
Wasserschadensanierung * *
* nur Gewerbe-Ausführungen, keine Eignung für Komfort-Luftentfeuchter

Luftentfeuchter-Gerätetechnik – Praxiswissen von Trotec

Praxiswissen Luftentfeuchter – alle Kapitel für Sie im Überblick

Kapitel 1: Grundlagenwissen Luftfeuchtigkeit – alles absolut relativ
Kapitel 2: Übersicht der Luftentfeuchtungsverfahren – Kondensation und Adsorption
Kapitel 2.1: Kondenstrockner mit Kompressortechnik
Kapitel 2.2: Kondenstrockner mit Peltiertechnik
Kapitel 2.3: Adsorptionsluftentfeuchter
Kapitel 3: Welches Luftentfeuchtungsverfahren für welchen Zweck?

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